Omega Speedmaster Professional – Die "Moonwatch"

/ Uhren

Die Moonwatch ist neben der Rolex Daytona einer der weltweit bekanntesten Chronographen, einerseits wegen dem markanten und zeitlosen Design und andererseits natürlich wegen ihrer bewegten Historie als erste Uhr, die am Mond getragen worden ist.

Doch eigentlich beginnt die Geschichte der Omega Speedmaster schon einige Jahre vor der Mondlandung 1969.


1. Die Zeit vor der Mondlandung - die "Pre-Moon" Ära

Die erste Version der Omega Speedmaster erblickte bereits im Jahr 1946 das Licht der Uhrenwelt. Zielgruppe waren damals in erster Linie auto- und rennsportbegeisterte Personen, die einen robusten und gut ablesbaren Chronographen benötigten. Daher stammt auch der Name "Speedmaster". 

Als Werk diente bereits das berühmte Handaufzugskaliber 321, das seit den 1940er Jahren bei Omega in Verwendung stand und bis Ende der 1960iger Jahre in den Speedmaster Modellen verbaut wurde. Bei dem Werk handelt es sich um ein zuverlässiges und hochqualitatives Chronographen-Kaliber, das in Uhrmacherkreisen höchstes Ansehen genießt. Hauptmerkmal ist das aus einem Stück gefertigte Monoblock-Säulenrad.

Auch die DNA des so typischen Speedmaster Designs ist bei den ganz frühen Modellen bereits deutlich zu erkennen. Vor allem das Zifferblatt wurde in den folgenden Jahrzehnten fast nicht mehr geändert. Im Gegensatz zu den späteren Modellen hatten aber die ganz frühen Speedmaster-Modelle noch eine Stahl-Lünette und spitz zulaufende Stahlzeiger, die beim Stundenzeiger eine prägnante Pfeilspitze aufwiesen. Die Lünette wurde später auf eine schwarze Aluminiumvariante geändert und die Zeiger bekamen das bekannte weiße Erscheinungsbild.

Auch das Gehäuse war bei den ersten Speedmaster Modellen noch etwas anders, denn seine Form war symmetrisch – also links und rechts gleich. Später wurde die Gehäuseform auf die charakteristische nicht symmetrische Form geändert, bei der die rechte Flanke des Gehäuses zum Schutz der Drücker und der Krone stärker ausgeprägt ist.

Ab der Referenz ST 105.002 (1962) war die schwarze Lünette schon verbaut und die Zeiger waren zwar noch aus Stahl, hatten aber keine Pfeilspitze mehr.

Ab der Referenz ST 105.003 (1963) kamen die weißen Zeiger zum Einsatz.

Und mit der Referenz ST 105.012 (ebenfalls 1963) wurde die asymmetrische Gehäuseform eingeführt.

Seit damals wurde das grundlegende Design bis zum heutigen Zeitpunkt so gut wie nicht mehr geändert.

 

2. Die NASA und die Mondlandung

In den 1960iger Jahren suchte die NASA eine geeignete Armbanduhr für ihre Astronauten und erwarb entsprechende Modelle potenziell geeigneter Uhrenmarken (darunter auch Rolex sowie amerikanische Uhrenmarken, die eigentlich schon aufgrund ihrer Herkunft zu den Favoriten zählten) und unterzog diese strengen Tests wie z.B. das Verhalten in der Schwerelosigkeit, bei starken Magnetfeldern, extremen Stößen und Vibrationen sowie bei Temperaturveränderungen von minus 18 bis plus 93 Grad Celsius. 

Schließlich war es nur die Omega Speedmaster, die die strengen Tests der NASA als einzige Uhr bestand und seit dem 1. März 1965 ganz offiziell das begehrte Prädikat "flight-qualified by NASA for all manned space missions" tragen durfte. Damit begann auch eine lange und erfolgreiche Periode der Zusammenarbeit zwischen Omega und der NASA, die bis heute andauert.

Ins All schaffte es die Speedmaster sogar schon früher. Am 3. Oktober 1962 verwendete der Astronaut Walter Schirra im Rahmen der Mercury-Atlas 8 Mission eine Omega Speedmaster.

Am 3. Juni 1965 trug Ed White eine 105.003 Speedmaster beim ersten amerikanischen Weltraumausstieg. Auch das war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Omega Speedmaster, denn dies war das erste Mal, dass die Uhr schutzlos den Weltraumbedingungen ausgesetzt war.

Am 21. Juli 1969 schlug dann die Stunde der Speedmaster, die sie weltberühmt machte. Am Arm von Buzz Aldrin (und nicht wie oft angenommen Neil Armstrong) "betrat" die Omega Speedmaster Ref. 145.012 als erste Uhr den Mond. Neil Armstrong hatte seine Speedmaster übrigens als Ersatzuhr in der Mondlandefähre gelassen, da die Borduhr defekt war.

Auch bei allen weiteren Mondflügen war die Speedmaster dabei. Bei der missglückten Mission von Apollo 13 spielte sie sogar eine wichtige Rolle bei der Rettung der Astronauten und beim Wiedereintritt des teilweise zerstörten Raumschiffs in die Erdatmosphäre. Die Uhr wurde zum Navigieren benötigt, da viele Bordinstrumente ausgefallen waren. Dafür erhielt die Speedmaster von der NASA den sogenannten "Snoopy Award".

1978 suchte die NASA für das Space Shuttle Programm im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung (auch auf Druck von US-Uhrenmarken) wieder eine Uhr für ihre Astronauten. Und erneut war es nur die Omega Speedmaster, die die noch härteren Test als einzige Uhr bestand.

Seit 1989 wurden Omega Uhren übrigens auch im Rahmen des russischen Raumfahrtsprogramm verwendet.

Kurz gesagt: Die Omega Speedmaster Moonwatch ist eine wahrlich professionelle Uhr. Deswegen wurde auch ihr Name auf "Omega Speedmaster Professional" am Zifferblatt erweitert. Und am Gehäusedeckel prangt ca. seit dem Jahr 1971 eine entsprechende Gravur mit Bezug auf die Verwendung bei der NASA und die Mondlandung. Diese Gravur bestand ganz am Anfang für kurze Zeit nur aus einem vierzeiligen, gerade gesetzten Text "The first watch worn on the moon" umrahmt vom rund gesetzten Text "Flight-qualified by NASA for all manned space missions". Später wurde die Gravur geändert und das Speedmaster Seepferdchen wurde auch am Deckel abgebildet. Die sogenannten "stright writing" Modelle sind für Sammler wesentlich interessanter, da sie in dieser Form nur kurz produziert wurden.

Ältere Speedmaster Modelle, die die NASA-Gravur am Gehäusedeckel überhaupt nicht aufweisen nennt man auch "Pre-Moon"-Modelle. 
 

Pre-Moon-Caseback einer Speedmaster Ref. 145.012 aus ca. 1967. Es fehlen die Schriftzüge " flight-qualified by NASA for all manned space missions" und " The first watch worn on the moon". Diese wurden erst ab ca. 1971 in die Uhrendeckel eingraviert.

3. Modell-Änderungen Ende der 60iger Jahre

Im Jahr 1968 kam es zur Einführung des Modells ST 145.022, das das vorige Modell ST 145.003 bzw. seinen Vorgänger Ref. ST 105.012 (das Modell, das auch am Mond war) ersetzte.

Es kam dabei zu einigen Änderungen, die zwar auf den ersten Blick nicht besonders auffallen, aber vor allem für Sammler doch bedeutend sind.


3.1    Änderungen des Uhrwerks

Statt des bewährten Kalibers 321 verbaute Omega fortan das Kaliber 861. Dieses ist ebenfalls ein sehr gutes Uhrwerk, reicht aber in der Qualität nicht ganz an das zu Recht berühmte Kaliber 321 heran. Der Grund für den Wechsel war, dass mit steigender Popularität die Produktionszahlen stark angestiegen waren und Omega die notwendigen Mengen des aufwändig herzustellenden Kalibers 321 nicht mehr produzieren konnte.

 

3.2    Änderungen am Design

Auch das Design der Speedmaster wurde subtil verändert. Dies betrifft vor allem das Zifferblatt, aber auch die Lünette und die Zeiger.

Beim Zifferblatt und den Zeigern gab es folgende Anpassungen:

  • Das Omega-Logo war nicht mehr appliziert sondern wurde in weißer Farbe aufgedruckt.
  • Die Stunden-Indizes-Striche wurden in der Länge gekürzt und reichten nicht mehr bis an den äußeren Rand des Zifferblattes
  • Der sogenannte "Knick" im Ziffernblatt, eine abgesetzte "Stufe" rund um die Indexe wurde weg gelassen.
  • Das Design des großen Stoppuhr-Sekundenzeigers wurde am hinteren Ende leicht geändert.
     

Links: Das applizierte Logo der älteren Referenzen vor der Referenz ST 145.022.

Rechts: Das in weißer Farbe aufgedruckte Logo ab der Referenz ST 145.022, welche auch erstmalig das damals neue Uhrwerk Kaliber 861 verwendete. (Es gab einige wenige sog. Transition-Exemplare, die bereits das neue Uhrwerk Kaliber 861 verwendeten, aber noch das alte Knickziffernblatt mit dem applizierten Logo hatten.)

Links: Der lange Stundenstrich der älteren Modelle vor der Ref. 145.022. Dieser reicht bis zu Rand des Zifferblatts.

Rechts: Der kürzere Stundenstrich ab der Ref. 145.022. Dieser endet deutlich vor dem äußeren Rand des Zifferblatts.

An der Lünette gab es eine minimale Änderung, die aber für Sammler einen großen Unterschied ausmacht. Der Punkt, der auf der Lünette bei der Zahl 90 aufgedruckt ist, wurde ab dem Modell ST 145.022 NEBEN der Zahl 90 platziert. Vorher stand er ÜBER der Zahl 90. Deswegen spricht man bei den älteren Lünetten auch von "DON"-Lünetten, wobei "DON" "Dot over 90" bedeutet. Dieser Unterschied fällt einem Laien mit Sicherheit nicht auf. Für Sammler allerdings macht diese minimale Änderung einen bedeutenden Preisunterschied aus.

Alte DON-Lünette ("Dot over Ninety", bis ca. 1970 verwendet), bei der der Punkt OBERHALB der Zahl 90 zu sehen ist.

Neuere Lünette (Einführung dieser Lünetten ca. 1970), bei der der Punkt NEBEN der Zahl 90 zu sehen ist.

Das Modell ST 145.022 wurde bis 1989 produziert und dann durch das Modell ST 145.0022 ersetzt. Entsprechend hohe Stückzahlen sind am Gebrauchtmarkt zu finden und die Preise sind daher teilweise (noch) moderat, wobei frühe Modelle wesentlich teurer sind als spätere Exemplare. Insgesamt ist die Referenz ST 145.022 das ideale Einsteiger-Modell in die Welt der vintage Omega Speedmaster Moonwatch.

Speedmaster Ref. 145.022 mit "tropical Dial" aus Anfang 1970. Speziell bei den frühen Serien dieser Referenz verfärben sich bei einigen Exemplaren die Zifferblätter von Schwarz zu Braun. Diese Uhren sind bei Sammlern besonders begehrt.

4. Exotisches Sammlermodell: Die Ultraman Speedmaster

Eine bei Sammlern ganz besonders beliebte vintage Speedmaster ist die "Ultraman" aus dem Jahr 1968. Dabei handelt es sich um eine ganz normale Speedmaster Ref. 145.012, die aber einen Sekunden-Stoppzeiger in oranger Farbe hatte und von den Titelhelden des Monster Attack Teams in der damaligen japanischen Science-Fiction TV-Serie "Ultraman" getragen wurde.

Echte "Ultraman"-Speedmaster mit einem dazugehörigen Stammbuchauszug von Omega, der dies bestätigt, werden heute mit astronomischen Preisen (Stand September 2022) um die 60.000,- bis 100.000,- EUR gehandelt.

Entsprechend viele Fälschungen gibt es. Diese haben meist einen orangen Sekunden-Stoppzeiger einer Omega Flightmaster verbaut. Dieser ist allerdings etwas kürzer als der echte Ultraman-Zeiger und für Sammler daher relativ leicht zu erkennen. Falls Sie das nötige Kleingeld haben ein Tipp: Kaufen Sie niemals eine Ultraman ohne Omega-Stammbuchauszug! Denn nur dieser bestätigt, dass es sich um ein Sondermodell mit einem orangenfarbigen Zeiger handelt.

2018 brachte Omega eine Hommage an die Ultraman heraus. Das "Speedy Tuesday 2, Omega Speedmaster Ultraman 2018"-Modell hat einen orangen Stoppuhr-Sekundenzeiger, orange Punkte bei den vanille eingefärbten Stundenindizes und ein Textilband (sowie ein zusätzliches Lederband). Auch das Wort "Tachymètre" auf der Lünette ist in Orange geschrieben. Betrachtet man die Uhr unter UV-Licht, so zeigt sich im linken Subdial die stilisierte Maske des "Ultramans" aus der alten japanischen TV-Serie. 

Die Ultraman 2018 gab es nur als limitierte Edition mit 2012 Exemplaren, die über den Omega-Onlineshop angeboten wurde. Die Nachfrage war riesig und alle 2012 Stück waren bereits nach zwei Stunden verkauft. Die Auflage ist übrigens eine Anspielung auf das Jahr 2012. In diesem Jahr startete der bekannte Uhrenblog Fratello die "Speedy Tuesday" Aktion, bei der jeden Dienstag Speedmaster-Fans ihre Speedies mit dem Hashtag #speedytuesday posten. 2017 kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen Fratello und Omega und das erste Speedy Tuesday Speedmaster Sondermodell wurde entwickelt. 2018 folgte mit der Ultraman das zweite Speedy Tuesday Sondermodell.

Gebrauchte Exemplare der Ultraman 2018 findet man auf Chrono24 mit Preisen ab ca. 14.000,- EUR. Keine schlechte Wertsteigerung, wenn man bedenkt, dass der ursprüngliche Verkaufspreis von Omega im Jahr 2018 6.020,- EUR betrug.

 

5. Heutige Modelle

Heute verfügt die Speedmaster-Modellserie über eine breite Palette von verschiedenen Uhren. Auch von der "Moonwatch Professional" gibt es einige Referenzen. Doch für eingefleischte Moonwatch-Fans kommt nur die Stahl-Variante mit Hesalitglas (Plexiglas) und Handaufzug in Frage, da diese der originalen Version am nächsten kommt.

Die Ref. 310.30.42.50.01.001 hat ein Stahlband und kostet neu aktuell (Sep. 2022) EUR 7.100,-.
Die Ref. 310.32.42.50.01.001 hat ein beschichtetes Nylonband und kostet neu aktuell (Sep. 2022) EUR 6.700,-.

Interessanterweise nimmt Omega bei den aktuellen Modellen wieder Designelemente der früheren Referenzen auf. So haben die heutigen Uhren wieder ein Step-Dial und eine "DON" (Dot over 90) Lünette.

Im Inneren der heutigen Moonwatch Professional arbeitet das Co-Axial Master Chronometer Kaliber 3861 mit Handaufzug.

2020 hat Omega übrigens auch die "Speedmaster Moonwatch 321" herausgebracht. Dieses Modell ist eine Nachbildung der alten Speedmaster Referenz 105.003, die Ed White 1965 beim ersten Weltraumspaziergang trug. Dieses Modell hatte noch das kleinere symmetrische Gehäuse. Das Besondere an der "Speedmaster Moonwatch 321" ist aber, dass Omega mit diesem Modell auch das legendäre Kaliber 321 wiederbelebt hat. Anhand alter Konstruktionszeichnungen wurde das Kaliber 321 in einem eigenen Atelier (wieder) entwickelt.
 

Die Neuauflage der legendären Ed White Speedmaster (1965) aus dem Jahr 2020. Das Design entspricht dem damaligen Modell (kleineres Gehäuse, asymetrische Gehäuseform, Stepdial, appliziertes Logo, DON-Lünette, etc.) und auch das Werk ist das "alte" Kaliber 321, das von Omega anhand historischer Konstruktionspläne exakt nachgebaut wurde.

Die Omega Speedmaster Moonwatch – egal ob vintage oder neu – ist ganz klar eine der kultigsten Uhren im Uhrenuniversum, die in keiner Sammlung fehlen sollte. Bei Bargello finden Sie eine umfangreiche Auswahl von verschiedensten Speedmaster Modellen. Wir beraten Sie gerne persönlich, aber auch über Telefon, WhatsApp oder per E-Mail, und gewähren auf jede Uhr 2 Jahre Bargello-Garantie. Selbstverständlich versenden wir unsere Uhren für Sie risikolos weltweit voll versichert mit Wertkurieren.

 

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